"Bischof Nikolaus" trifft Weihbischof Pieschl

Marktplatz in Wiesbaden (Foto: pixabay)
Marktplatz in Wiesbaden

Engagierte Christen, die sich in der Initiative Citypastoral Wiesbaden zusammengeschlossen haben, verkauften an den beiden Wochenenden vor dem Fest des heiligen Nikolaus von Myra Schokoladen-Nikoläuse neben der St. Bonifatiuskirche in Wiesbaden.

Für den guten Zweck

Ein verkleideter Nikolaus steht neben dem Weihbischof Pieschel und hält einen Korb voll mit Schokonikoläusen in der Hand.
"Bischof Nikolaus" trifft auf Weihbischof Pieschl

Der Erlös der Aktion fließt über das Projekt "KiWi –Kinderprojekte Wiesbaden" den hilfsbedürftigen Kindern in der Stadt zu. Mit diesem Projekt hilft der Caritasverband in aktuellen Notsituationen schnell und unbürokratisch, indem kein Bargeld ausgezahlt, sondern durch materielle Güter direkte Hilfe geleistet wird.

"Toller Wegbereiter der Weihnachtsbotschaft"

Mit dieser Aktion wollten die ehrenamtlich Engagierten bewusst einen Gegenpol zu dem allgemeinen Weihnachtsmann-Rummel setzen. Sie wollten das auf den Bischof Nikolaus zurückgehende, ursprünglich christliche Brauchtum nicht nur wieder sichtbar machen und mit den Menschen auf der Straße darüber ins Gespräch kommen, sondern gleichzeitig auch noch etwas Gutes tun.

 

Sie ließen sich dabei von der Aussage des ZDF Moderators Peter Hahne leiten, der sagt: "Uneigennützigkeit, Nächstenliebe, Solidarität und Teilen - das sind Werte, die ich mit Sankt Nikolaus verbinde. Er ist ein hervorragender Wegbereiter der Weihnachtsbotschaft. Der Weihnachtsmann jedoch ist ein Packesel der Konsumgesellschaft. Diese Figur des Kaufrausches hat nichts mit dem Heiligen Nikolaus zu tun, der uns noch heute lehrt: Schenken macht nicht ärmer, sondern reicher!"

Besondere Schokonikoläuse

Die Schokoladenmänner hatten dementsprechend auch nicht das übliche Weihnachtsmann-Outfit mit Zipfelmütze, sondern kamen wie das legendäre Vorbild als Bischöfe daher. Jeder Einzelne wurde außerdem von den Kindern des zu St. Bonifatius gehörenden Kindergartens mit einer selbst gebastelten Mitra, der traditionellen Kopfbedeckung eines Bischofs, verschönert. Die Kinder bastelten mit großer Begeisterung. Sie freuten sich, dass sie etwas für Not leidende Kinder machen zu konnten.

Interessante Begegnungen

Der verkleidete "Bischof Nikolaus" in einem prächtigen Ornat begrüßte nicht nur die künftigen Kommunionkinder, die mit ihren Katecheten und ihren Eltern auf dem Weg von ihrem Gruppenraum in die Kirche waren, sondern auch den leibhaftigen Weihbischof des Bistums Limburg, Gerhard Pieschl. Dieser hatte zuvor in der Bonifatiuskirche mit einer großen Gemeinde einen feierlichen Festgottesdienst anlässlich des 50-jährigen Priesterjubiläums von Prälat Kindermann gefeiert.

 

Von "Amtsbruder zu Amtsbruder" entspann sich ein sehr reizvolles Gespräch, in dem Weihbischof Pieschl diese Initiative begrüßte und die Umstehenden animierte, die Aktion zu unterstützen.

Nikolaus fährt nach China

Ein bischöflicher Zuspruch war am späten Nachmittag nicht erforderlich, als Frau Chen einen ganzen Karton mit 12 großen Nikoläusen kaufte, um diese auf ihrer anstehenden Reise nach Dalian in China mitzunehmen.

 

Ob sie Christin ist und die Nikoläuse ihren Glaubensgeschwistern zu Hause in der von der Regierung gesteuerten, offiziellen Kirche oder der in China noch immer unterdrückten Kirche im Untergrund mitbringen wollte, ist nicht bekannt.

 

Bekannt ist allerdings, dass sich der katholische Stadtdekan von Wiesbaden, Dr. Johannes zu Eltz sowie Barbara Handtke, die Direktorin des Caritasverbands Wiesbaden-Rheingau-Taunus e.V. über die gelungene Aktion freuten. (tb)

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