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Gedicht "Das Stratelatenwunder des Nikolaos"


Der Präfekt von Myra ließ sich kaufen,
sprach drei Männer schuldig ohne Grund,
ließ sie fesseln und zum Richtplatz führen.
Nikolaos hatte das vernommen,
eilte hin, als schon der erste kniete,
als der Lictor schon das Schwert erhob,
drängte sich durch eine Gaffermenge,
war mit einem Satz auf dem Podest,
schob sich zwischen Henker und Beklagten,
nahm das Schwert aus des Verdutzten Hand.

Auf den Bischof sah der Lictor zweifelnd -
dieser kommandierte nicht, er legte
nur das Schwert in einiger Entfernung
auf den Boden, sah den Lictor an,
ernst und freundlich, sagte ruhig: „Nein!
Lass sie leben, mach dich nicht zum Mörder!
Löse ihre Fesseln, lass sie frei!“

Vor der stummen Menge wie im Traume
tat der Lictor wie geheißen, und die Männer
weinten fassungslos vor diesem Wunder,
glaubten kaum an ihre Rettung, fühlten
Bischofshände segnend auf den Köpfen.

Nikolaos nahm die Hand des ersten,
und die andern folgten ihm wie Kinder
durch das Murmeln der entsetzten Menge
bis zum Haus des schuldigen Präfekten,
machte ihnen Mut: „Gott wird euch schützen!“

Und dann standen sie vor dem Präfekten –
drei halbnackt, von Kerkerhaft gezeichnet,
und ein zorniger und strenger Bischof.
„Du hast Recht gebrochen für den Mammon!
Danke Gott, daß du nicht Mörder wurdest!“

Der Präfekt sah in des Bischofs Augen
nicht nur Zorn, auch Mitleid. Die drei andern
sahen angstvoll und gespannt auf ihn,
und zum ersten Mal sah er sie an.
Da erschrak er vor sich selbst, gestand:
„Geld hab ich erhalten für das Urteil,
habe nicht geprüft den Grund der Klage,
und ich kannte doch den Kläger, wusste,
daß er jene drei schon lange hasste.
Wenn ihr könnt, verzeiht mir diese Sünde.“

Und vergeben wurde dem Präfekten.

von Claudia Sperlich